Arbeiten, Studieren oder Praktikum im Ausland
Besonders Berufsanfänger haben im Ausland sehr gute Chancen, eine Arbeit zu finden. Akademiker finden besonders in Entwicklungsländern oder in Osteuropa in Bereichen Arbeit, wo bei uns bereits alle Arbeitsplätze vergeben sind. Dies gilt besonders für Juristen, Lehrer, Ingenieure usw.
Im Ausland gelten besonders Firmen mit ausländischen Tochtergesellschaften als potentielle Arbeitgeber. Aber auch viele Entwicklungshilfegesellschaften bieten entsprechende Stellen an.
Durch eine Arbeit im Ausland können Sie zum einen besondere Steuervorteile geltend machen, zum anderen erwerben Sie berufliche Qualifikationen, die Ihnen später im Inland sehr vorteilhaft ausgelegt werden können.
Die besten Chancen für eine Arbeit im Ausland bietet eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wer in der Entwicklungshilfe tätig werden möchte, hat besonders gute Chancen mit einem Berufabschluss im sozialmedizinischen Bereich, im Agrarbereich oder als Experte für sanfte Technologien.
Auslandsarbeit ist gut für den Job
Auslandsarbeiter sind gefragte Mitarbeiter Wer einen Auslandsaufenthalt vorweisen kann, beweist damit Engagement und Initiative. Gerade während des Studiums bieten sich gute Möglichkeiten, einmal dort zu leben und zu arbeiten, wo andere Menschen Urlaub machen. Auch in der Berufsausbildung ist es oftmals möglich, in Zweigstellen oder Tochterfirmen der Unternehmen im Ausland hineinzuschnuppern und Auslandserfahrungen zu sammeln. Außerdem vermitteln zahlreiche Organisationen oder Einrichtungen weltweit Ausbildungen und Praktika.
Wer sich dafür entscheidet, sollte schon früh mit den Vorbereitungen, die einige Zeit in Anspruch nehmen, beginnen. Empfehlenswert ist auch das Erlernen oder Auffrischen der jeweiligen Sprachen, was ein problemloseres Einleben im Ausland ermöglicht.
Ratsam ist auch, etwas Geld im Vorfeld anzusparen, denn Stipendien und Förderprogramme können nur eine geringe finanzielle Unterstützung leisten.
Dafür sind aber diejenigen, die einen Auslandsaufenthalt bei der späteren Bewerbung vorweisen können, klar im Vorteil, denn durch die Zeit in der Fremde haben sie sich einen wertvollen Qualifikationsvorsprung verschafft.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind heute Englischkenntnisse. Sie werden schon fast bei jeder Bewerbung, vor allem im kaufmännischen Bereich, vorausgesetzt. Da viele Firmen länderübergreifend tätig sind, erwarten sie von ihren Mitarbeitern außerdem Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Kulturen. Um die künftigen Mitarbeiter entsprechend auszubilden, unternehmen die Firmen einiges. So unterrichtet beispielsweise ein Viertel der Unternehmen die Azubis selbst, andere bieten Auslandspraktika an.
Praktikum im Ausland
Deutsche Absolventen haben kaum Erfahrungen eines Praktikums in Ausland vorzuweisen, nochweniger in Asien. Und dass obwohl der asiatische Markt boomt. Das Heinz-Nixdorf-Programm vergibt pro Jahr an 50 junge Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure Arbeitsstipendien für je 6 Monate in Asien. Zur Auswahl stehen 8 Länder von Korea bis Malaysia. Die Stipendiaten werden von der Weiterbildungsorganisation INWENT ausgewählt. Die Praktikanten arbeiten in einem ausländischen Unternehmen, müssen aber zuvor in Deutschland einen Sprachkurs absolvieren.
Au-pair im Ausland
Eine Tätigkeit als Au-pair bietet eine sehr gute Möglichkeit, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen, vorhandene Sprachkenntnisse zu vertiefen oder auch Sprachen zu erlernen. Wer als Au-pair im Ausland tätig ist, lebt meist bis zu 1 Jahr in einer Gastfamilie. Hier stehen Mithilfe im Haushalt und/oder Kinderbetreuung im Vordergrund.
Freiwilligenarbeit im Ausland
Wer Auslandserfahrung und Gutes tun verbinden möchte, kann gemeinnützig ins Ausland gehen. Arbeiten kann er bei Hilfseinsätzen, bei internationalen Jugendorganisationen usw. Bei Personalchefs ist die Arbeit in Hilfsorganisationen sehr geschätzt. Soziale Arbeit und die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen ohne materiellen Gewinn wird gefördert.
Für die Tätigkeit als Au-pair hat der Europarat ein Abkommen verabschiedet, das folgende wesentliche Punkte enthält:
- Das Mindestalter beträgt grundsätzlich 17 Jahre, das Höchstalter 30 Jahre. Ausnahmen durch die Gastländer in der Altersgrenze nach oben für die Au-pair-Tätigkeit sind in Ausnahmefällen möglich.
- Erwartet werden die Mithilfe bei Haushaltstätigkeiten und bei der Betreuung von Kindern (die Höchstgrenze ist auf täglich 5 Stunden festgelegt).
- Es werden freie Abende und freie Tage gewährt.
- Für Sprachkurse, kulturelle Veranstaltungen, Exkursionen etc. erfolgt eine Freistellung.
- Eine private Krankenversicherung über die Gastfamilie, wenn eine gesetzliche Krankenversicherung fehlt, ist möglich.
- Für die Arbeit als Au-pair ist ein angemessenes Taschengeld üblich.
- Die Unterbringung in der Gastfamilie soll möglichst in einem eigenen Zimmer oder sonstiger angemessener Unterkunft bei guter Verpflegung erfolgen.
Die Vermittlung als Au-pair erfolgt in Deutschland fast ausschließlich durch private Vermittler. Die Bewerbung erfolgt in aller Regel an eine Au-pair-Agentur.
Die Golfstaaten bieten nach wie vor Jobs und suchen Fachkräfte
Die Wirtschaftskrise hat zwar auch die Golfregion erfasst, aber aus Ölgewinnen hat man sich finanzielle Polster geschaffen, die jetzt in die Konjunktur gesteckt werden. Saudi Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Oman planen Projekte im Wert von 1900 Milliarden Dollar.
Projekte sind hauptsächlich in den Sparten Touristik, Logistik und Bildung geplant. Aber auch Großflughäfen, Eisenbahnen, Kraftwerke, Universitäten und Krankenhäuser sollen finanziert werden.
Diese Megaprojekte bilden die Grundlage für Hunderttausende von Arbeitsplätzen für ausländische Fachkräfte. Der große Vorteil der Arbeit in den Golfstaaten ist, dass der Verdienst steuerfrei ist.
Arbeiten in der Wüste
ILF, eines der größten familiengeführten Ingenieurbüros Deutschlands, beschäftigt mehr als 1.2000 Menschen und ist mit unzähligen Projekten im Ausland vertreten. Sie planen beispielsweise Ök-Pipelines in Kasachstan, verlegen Wasserrohre in Saudi-Arabien oder konstruieren Tunnel in New York. Das ist Reiselust fast genauso wichtig wie das fachliche Know-how.
Aber gerade zu dieser großen Mobilität des deutsch-österreichischen Unternehmens tragen nicht viele junge Ingenieure, sondern die älteren Mitarbeiter bei. Der älteste immer noch aktive Ingenieur ist bereits 80 Jahre alt und über ein Viertel der Beschäftigten ist älter als 50. Dem Geschäftsführer, Andreas Kohler, ist bewusst, dass für eine Firma erfahrene Mitarbeiter, die die Branche in- und auswendig kennen, unentbehrlich sind. Vor wenigen Wochen hat das Bundeswirtschaftsministerium die ILF als „Unternehmen mit Weitblick“ ausgezeichnet. Das ist der Lohn für das Engagement bei der Beschäftigung Älterer.
Trotz seines Alters, er ist auch schon 70 Jahre alt, denkt der Firmenmitgründer Adolf Feizlmayr nicht an den Ruhestand und überstützt das Unternehmen immer noch als Senior Partner. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Pius Lässer hat er die „Ingenieurgemeinschaft Lässer-Feizlmayr“ (ILF) Ende der 60er Jahre in Innsbruck gegründet. Die beiden Ingenieure arbeiteten mit an der Planung und dem Bau der Transalpinen Öl-Leitung, machten sich einen Namen und eröffneten ihr zweites Büro in München. Das Unternehmen gehört heute zu den führenden Pipeline-Planern weltweit. Die vier Geschäftsbereiche Öl und Gas, Energie, Wasser und Umwelt sowie Bau und Infrastruktur erlösen einen Umsatz in Höhe von 120 Millionen Euro.
Der Bau der Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan gehörte zu den spektakulärsten Projekten. Fast 1.800 Kilometer ist die Öl-Leitung lang und beginnt in Baku, Aserbaidschan, auf Meereshöhe, gelangt dann nach Georgien und steigt dort im Südkaukasus erstmalig auf über 2.000 Meter an. Am Berg Kara Dag in der Türkei erreicht sie eine Höhe von 2.900 Meter, um später über Hochebenen und weitere Gebirge, durch Granit, Sandstein und Karst, über Erdbebengräben, Bergrücken und als letztes über den Taurus am Mittelmeer nahe der türkisch-syrischen Grenze zu enden.
Da ist es auch verständlich, dass diejenigen, die an solchen Projekten mitarbeiten, an den Wochenenden nicht nach Hause zu ihren Familien fliegen können. Oftmals können sie ihre Familien nicht einmal telefonisch erreichen. Deshalb sind diese Jobs von jungen Mitarbeitern mit Kindern nicht so sehr begehrt und Berufsanfängern, die zwar reisebereit sind, fehlt einfach die Erfahrung. Aufgrund dessen werden bei komplexen Auslandsprojekten Teams, die aus jungen und alten Mitarbeitern bestehen, zusammengestellt.
Weil die meisten älteren Ingenieure noch sehr fit sind, haben auch keine Probleme mit den körperlichen Strapazen. Die sprachlichen Probleme sind aufgrund der guten Englischkenntnisse ebenfalls ausgeräumt. Wenn erforderlich, werden die Mitarbeiter durch eine Sprachlehrerin auf die Auslandseinsätze vorbereitet. Aber leider hat auch dieses Unternehmen Probleme, auf dem leeren Arbeitsmarkt Personal zu finden. Laut Kohler können 60 oder 70 Ingenieure auf Anhieb eingestellt werden. Dabei gibt es bei Bewerbungen, die ausdrücklich willkommen sind, keine Altersbeschränkungen.
Arbeiten in Großbritannien
Auch in Großbritannien haben die Unternehmen Sorgen mit dem Nachwuchsmangel. Hochschulabsolventen aus Deutschland werden daher mit Kusshand genommen, egal ob im Gesundheitswesen, im Baugewerbe, in der Dienstleistungsbranche oder in der Industrie.
Im letzten Jahr haben ca. 10.000 Deutsche ihr Heimatland in Richtung Vereinigtes Königreich verlassen. Entsprechend der EU-Gesetze ist der Arbeitsmarkt in Großbritannien offen und es herrscht nicht einmal eine Meldepflicht. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen momentan bei britischen Arbeitgebern Spezialisten für Nischenprodukte, eben für die Dinge, die nicht jeder kann. Gefragt bei den akademischen Berufen sind vor allem Ärzte, Zahnärzte, Fachkräfte für die Bauindustrie oder Ingenieure. Verspricht die deutsche Sprache Vorteile, wie beispielsweise im Vertrieb, hat man auch im Dienstleistungssektor gute Chancen. Gute Einstellungsmöglichkeiten haben Deutsche auch im Finanzwesen und in der Informationstechnologie.
Wer sprachlich noch nicht so fit ist, sollte erst einmal in Großbritannien jobben. Es ist in England nichts Ehrenrühriges, wenn sich jemand von einem Hilfsjob zu einem besseren Job, der eher seiner Ausbildung entspricht, vorarbeitet. Aber Eigeninitiative und Durchhaltevermögen sind für den Wechsel unbedingt erforderlich.
Sofern Sie nicht eine kommerzielle Agentur einschalten möchten, finden Sie in den diversen Internet-Börsen auch Praktikumsplätze. Dabei entscheidet nicht zuletzt das obligatorische telefonische Interview mit dem potenziellen Arbeitgeber in Groß Britannien, das übrigens jeder Kandidat führen muss, darüber, ob das Praktikum dotiert ist oder nicht. Beachten Sie auch, dass die meisten Praktikanten das Geld für den Lebensunterhalt mitbringen müssen.
Die Gehälter sind gegenüber Deutschland vergleichsweise hoch. Aber beispielsweise London ist sehr teuer. Obwohl der Euro 50 Prozent mehr wert ist als das Pfund, kann man Euro und Pfund gleichsetzen. Da kann es schnell passieren, dass der halbe Verdienst für die Miete ausgegeben werden muss, denn der Wohnungsmarkt hat es in sich. Es gibt z. B. Unterkünfte, die man keinem Sozialhilfeempfänger anbieten würde und die Miete kostet trotzdem zwischen 700 und 1000 Pfund im Monat.
Wie bewerben Sie sich auf dem britischen Arbeitsmarkt richtig
In Großbritannien werden schlanke Bewerbungen bevorzugt. Da die Briten die Antidiskriminierungsgesetze streng einhalten, sind ein Foto sowie Angaben zum Alter und Geschlecht unerwünscht. Sofern nicht anders verlangt, bringt man Zeugnisse und Arbeitsproben zum Bewerbungsgespräch mit. Der Lebenslauf wird tabellarisch aufgebaut und beginnt mit der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit. Am Schluss werden Personen aufgeführt, die so genannten reference upon request, die über die eigenen Leistungen Auskunft geben können. Achten Sie darauf, dass diese Personen englisch sprechen können.
Sie können aber einen deutschen Lebenslauf nicht einfach in die englische Sprache übersetzen. Englische Arbeitgeber kennen sich weder mit den deutschen Titeln und Bezeichnungen aus noch kennen sie das deutsche Hochschulsystem. Abschlüsse und Titel müssen also entsprechend umschrieben werden. Beim Anschreiben kommt es darauf an, auf die Erwartungen des Arbeitgebers sowie auf die Motivation für den gewünschten Job einzugehen. Sehr schnell kann der Bewerbung ein Job-Interview folgen. Damit ist der Arbeitsvertrag aber noch nicht unterschrieben. Oftmals folgen noch Tests und/oder Assessment-Center. In Einzelfällen helfen bei der Erstellung der Bewerbung die Auslandsvermittlungen oder Arbeitsagenturen.
Arbeiten in den USA
In den USA begrüßt man sich mit Handschlag, einem freundlichem Lächeln und direktem Blickkontakt. Ranghöchste reicht die Hand, Frauen werden dabei bevorzugt behandelt.
Auch wenn es üblich ist, schnell zum Vornamen überzugehen, wird auf höflich-korrekte Umgangsformen großer Wert gelegt. Werden Sie beim Vornamen genannt, ist das noch kein Indiz dafür, dass Sie eine besondere Vertrauensstellung genießen. Vermeiden Sie es, selbst den ersten Schritt zu dieser Anrede zu machen.
Amerikaner tragen bei Meetings oder Restaurantbesuchen eher formell-konservative Business-Kleidung, im Alltag fällt diese gelegentlich legerer aus. Wollen Sie aber als ausländischer Geschäftspartner ernst genommen werden, legen Sie bitte Wert auf korrekte Kleidung.
Der Verhandlungsstil ist sachlich, korrekt und offen. Man einem einleitenden kurzen Small-Talk kommt man schnell zur Sache und geht dabei sehr höflich und freundlich miteinander um. Straffe Zeitpläne sind an der Tageordnung, für Meetings werden ebenfalls klare Tagesordnungen erarbeitet. Denken Sie immer daran: Nur Loser jammern. Strahlen auch Sie Optimismus aus. Positives Denken ist angesagt.
In den USA spielen Titel im geschäftlichen Umgang miteinander keine große Rolle. Sie sollten es aber nicht an Respekt gegenüber dem Chef mangeln lassen, auch wenn Sie ihn mit Vornamen ansprechen. Dafür hat man kein Verständnis.
Geschäftsessen werden auch für geschäftliche Absprachen genutzt, egal ob es sich dabei um das geschäftliche Frühstück, Lunch oder Dinner (ist die Hauptmahlzeit) handelt.
Besonderes Augenmerk bei einem Aufenthalt in den USA sollten Sie darauf legen, dass viele Amerikaner sehr konservativ sind (trotz der betonten Freundlichkeit und des informellen Umgangstons). Halten Sie sich also mit Scherzen zurück und bedenken Sie, dass hinsichtlich sexueller Belästigung andere Maßstäbe gelten. Auch auf Diskriminierung anderer Art reagieren Amerikaner oft sehr sensibel.
Arbeiten in Spanien
Die Begrüßung erfolgt in Spanien mit einem Händedruck. Wenn Sie sich bereits kennen, kann es passieren, dass Frauen zu einer leichten Umarmung und Wangenküsschen übergeben. Man bleibt auf jeden Fall beim Sie und Vornamen werden nur selten verwendet.
Als Geschäftskleidung wird ein formell-elegantes Business-Outfit getragen. Bei Herren sind dunkler Anzug und weißes Hemd, selbstverständlich mit Krawatte, verbreitet. Frauen favorisieren eine sehr elegante und hochwertige, dabei nicht zu freizügige Mode.
Der Verhandlungsstil ist ähnlich wie in Italien körperbetont. Es wird lebhaft und engagiert debattiert und großer Wert auf gute persönliche Beziehungen gelegt. Diese werden zunächst im Austausch über familiäre Themen geknüpft, bevor der geschäftliche Teil beginnt.
Rechnen Sie aber nicht mit absoluter Pünktlichkeit und unterbreiten Sie keine Terminvorschläge vor 10.00 Uhr oder während der Siesta (ca. 14.00 16.00 Uhr). Die Arbeitstage sind dafür aber etwas länger als in Deutschland, bis 20.00 Uhr ist keine Seltenheit.
In der Unternehmenshierarchie legen die Spanier großen Wert auf Titel und Position.
Ein Geschäftsessen dauert oftmals mehrere Stunden, wobei aber keine geschäftlichen Themen angesprochen werden. Achten Sie auch in Spanien darauf, nicht zu viel Wein zu trinken.
Wundern Sie sich auch nicht, wenn Sie eine Abendeinladung für 22.00 Uhr erhalten. Durch den nach hinten verschobenen Tagesablauf sind derartige Einladungen üblich. Und selbst zu dieser für den Deutschen schon späten Stunde erscheinen Sie nicht pünktlich auf die Minute, sondern lieber etwas später.
Arbeiten in den skandinavischen Ländern
In skandinavischen Ländern stellt man sich mit Vor- und Nachnamen vor. Obwohl man sehr rasch zur Anrede nur mit dem Vornamen übergeht, bleibt man zurückhaltend-distanziert.
Die Geschäftskleidung ist ähnlich wie in Deutschland. Treffen Sie Ihren Geschäftspartner in der Freizeit, kleiden Sie sich leger.
In skandinavischen Ländern bevorzugt man den direkten, sachlichen Erfahrungsaustausch. Klare Aussagen sind ebenso geschätzt wie eine strukturierte Vorgehensweise. Auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wird großer Wert gelegt. Keine großen Sympathien handeln Sie sich mit einer offensiven Selbstdarstellung und Temperamentsausbrüchen ein.
Weil Hierarchien keine große Rolle spielen, wird auf akademische Titel (z. B. bei der Anrede) verzichtet.
Achten Sie darauf, dass es in skandinavischen Ländern weniger verbreitet sich, sich die Hände zu schütteln, die Begrüßung erfolgt ohne Handschlag.
Arbeiten in Russland
Männer begrüßen sich in Russland mit einem kräftigen Händedruck, wobei großer Wert auf Titel gelegt wird. Frauen bevorzugen einen leichten Handschlag. Wenn Russen bei der Begrüßung nicht lächeln, werten Sie es nicht als Unfreundlichkeit. Sie unterstreichen damit die Bedeutung der Begegnung.
Geschäftsmäßig sind Sie bei einem Aufenthalt in Russland gekleidet, wenn Sie mit Anzug und Krawatte bzw. die Damen im Kostüm oder Hosenanzug daher kommen.
Soll das Geschäft erfolgreich unter Dach und Fach gebracht werden, ist die persönlich Beziehung von großer Bedeutung. Daher vermeidet man offene Konfrontationen und legt auf einen höflichen Umgangston wert. Eine strikte Zeitplanung und minutengenaue Abarbeitung von Listen ist in Russland weniger verbreitet. Sie sollten sich daher auf längere Verhandlungen einstellen.
Mit einem respektvollen Auftreten können Sie punkten, auf Titel und Hierarchien wird großer Wert gelegt.
Russland ist für seine Gastfreundschaft berühmt. Aufgetischt wird gut und reichlich. Auch Sie sollten bei einer Gegeneinladung Gleiches tun, da es ansonsten zu Missverständnissen kommen und Ihr Verhalten als Missachtung gewertet werden kann. Bei Einladungen nach Hause sind Gastgeschenke gern gesehen.
Arbeiten in Japan
In Japan begrüßt man sich traditionell mit einer kleinen Verbeugung. Ein leichter Händedruck ist aber im internationalen Geschäftsverkehr möglich. Dabei sollten Sie aber nicht die Initiative ergreifen, sonder abwarten, bis man Ihnen die Hand reicht. Die Anrede erfolgt mit dem Nachname, der wie in China vor dem Vornamen steht (z. B. auf einer Visitenkarte). In Japan werden die Visitenkarten mit beiden Händen überreicht, entgegengenommen und aufmerksam studiert. Älteren Männern begegnet man in Ostasien mit sehr viel Respekt. Achten Sie darauf, sie als Erste zu begrüßen.
Die Business-Kleidung ist formell und eher konservativer als in Deutschland üblich.
Ein sehr zurückhaltender Verhandlungsstil ist vorherrschend. Temperamentsausbrüche, ein klares Nein oder eine direkte Kritik sind fehl am Platz. Die Herangehensweise an Ergebnisse erfolgt in kleinen Schritten. In der Regel wird nur eine Person, auch wenn mehrere an dem Gespräch teilnehmen, die Gesprächsführung übernehmen. Achten Sie darauf, dass der Blickkontakt nicht zu lang wird. Die Gespräche verlaufen sehr ruhig und wenn Sie geduldig und höflich sind, erreichen Sie am meisten. Denken Sie daran, Lächeln ist Pflicht.
In Japan wird großes Augenmerk auf Titel und Position in der Unternehmenshierarchie sowie auf die Befugnisse, Entscheidungen zu treffen, gelegt. Diese sollten schon Ihrer Visitenkarte zu entnehmen sein.
Geschäftsessen sind üblich und dienen in erster Linie der Pflege der Beziehungen. In der Regel bestellt und bezahlt der Gastgeber für alle. Sie sollten es aber nicht versäumen, sich mit einer Gegeneinladung zu revanchieren. Sehr beliebte Orte für derartige Treffen sind in Japan Karaoke-Bars, in denen es weniger formell als in einem Restaurant zugeht. Vergessen Sie nicht das Mitsingen Sie sammeln damit Pluspunkte.
Damit es nicht zu nonverbalen Missverständnissen kommt, müssen Sie wissen, dass man in Japan auch lächelt, um Verlegenheit oder sogar Ärger zu überspielen und so das Gesicht nicht zu verlieren.
Arbeiten in Italien
Die Begrüßung erfolgt wie in Deutschland. Bei Gesprächspartnern, die sich schon länger kennen, ist auch eine Umarmung nicht selten. Geht man während des Gesprächs zum Vornamen über, bleibt aber das Sie bestehen.
Die formelle Business-Kleidung ist bei einem Aufenthalt in Italien üblich. Da beide Geschlechter sehr viel Wert auf Eleganz legen, wählen Sie daher Ihre Kleidung sehr sorgfältig aus.
Die Ausdrucksweise ist temperamentvoller als in Deutschland, oftmals wird die Sprache mit Gesten begleitet. Nichts Ungewöhnliches sind lebhafte Debatten, bei denen man sich schon mal ins Wort fällt. Seien auch Sie nicht zurückhaltend, achten Sie aber gleichzeitig darauf, freundlich und respektvoll zu bleiben.
In Italien hat man Respekt vor dem Chef und Titel sind wichtig.
Während der Geschäftsessen, die beliebt und ausgedehnt sind, wird auch über Persönliches gesprochen. Zur Mittagszeit trifft man sich aber nur zum Essen, das werden keine geschäftlichen Probleme erörtert. Nicht sehr häufig sind Einladungen nach Hause. Achten Sie darauf, nicht zu viel vom Wein zu erwischen, damit Sie keinen Schwips bekommen. Dieser gilt als schlechtes Benehmen.
Arbeiten in Großbritannien
Die Begrüßung fällt ähnlich wie in Deutschland aus. Allerdings müssen Sie bei einem Aufenthalt in Großbritannien damit rechnen, dass man sich relativ nur mit den Vornamen anspricht. Aber ergreifen Sie keine Eigeninitiative, warten Sie, bis Ihr britischer Geschäftspartner die Initiative ergreift.
Traditionell werden Anzüge als Geschäftskleidung bevorzugt. Gleiches gilt für britische Geschäftsfrauen. Auch sie kleiden sich konservativ-fraulich.
Beim Verhandlungsstil sollten Sie darauf achten, dass dieser weniger offensiv als bei uns üblich ist. Vermeiden Sie persönliche Themen während des Small-Talk zu Beginn des Gesprächs.
Der Führungsstil ist in Großbritannien tendenziell demokratisch und es herrschen eher flache Hierarchien vor. Teamorientierung ist sehr angesagt. Gewöhnen sollten Sie sich an das sprichwörtliche britische Understatement und auch eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber Autoritäten sollte Sie nicht verschrecken.
Geschäftsessen sind bei den Briten sehr beliebt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob diese als Frühstück, Lunch oder Dinner eingenommen werden. Achten Sie darauf Privates und Geschäftliches strikt zu trennen und vermeiden Sie geschäftliche Themen bei einer Abendeinladung.
Arbeiten in Frankreich
Bei einem Aufenthalt in Frankreich ist als Begrüßung ein kurzer Händedruck üblich. Hierbei wird nicht unbedingt mit dem Nachnamen angesprochen, sondern ein einfaches Madame oder Monsieur genügt.
Die Geschäftskleidung ist, wie bei internationaler Business-Kleidung üblich, formell-elegant.
Beim Verhandeln sollten Sie darauf achten, dass der Stil nicht so offensiv wie bei uns in Deutschland üblich ist. Ein Verklausulieren der Kritik ist angebracht, geschätzt wird eine hohe verbale Ausdrucksfähigkeit.
In Frankreich herrscht ein eher autoritärer Führungsstil. Es wird selten geduzt und wenn, dann nicht über Hierarchiestufen hinaus.
Sind Sie zu einem Geschäftsessen geladen, planen Sie viel Zeit ein. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Geschäftskultur und dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden. Gedulden Sie sich mit dem geschäftlichen Teil. Der beginnt frühestens beim Dessert.
Arbeiten in China
In China begrüßt man sich mit einer leichten Verbeugung. Der etwas leichte Händedruck ist eine Anpassung an westliche Gepflogenheiten. Vergessen Sie nicht Ihre Visitenkarte. Sie sind in China besonders wichtig und werden mit beiden Händen überreicht und entgegengenommen sowie ausgiebig studiert. Dabei steht der Nachname Ihres chinesischen Geschäftspartners vor dem Vornamen.
Als Kleidung empfiehlt sich formelle Business-Kleidung.
In China wird sehr höflich und zurückhaltend verhandelt. Achten Sie darauf, keine offene Kritik zu äußern. Das ist ebenso verpönt wie ein unmissverständliches Nein. Die Devise lautet Gesicht wahren. Großer Wert wird auf gute persönliche Beziehungen gelegt. Als Voraussetzungen für geschäftliche Erfolge können das Knüpfen von Kontakten z. B. auf Messen oder durch vertrauensvolle Kontaktpersonen angesehen werden.
Großer Wert wird darauf gelegt, mit gleichwertigen Partnern zu verhandeln. Beruflichen Titeln und Funktionsbezeichnungen wird daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Bei einem Essen werden in China persönliche Beziehungen gefestigt. Der Gastgeber bestellt die Speisen. Diese werden in der Mitte des Tisches angerichtet und jeder kann sich bedienen.
Achten Sie darauf, nicht zu früh die Initiative zu ergreifen, um über geschäftliche Dinge zu sprechend. Das geschieht allenfalls ganz am Schluss. Auch persönliche Fragen nach Familie oder den Kindern sind üblich.
Arbeiten in den arabische Staaten
Bei der Begrüßung ist in arabischen Staaten unter Männern ein Händedruck üblich, trifft ein Mann eine Frau, werden Berührungen vermieden. Sind Sie in einem streng islamischen Land, sollten Sie als Mann dennoch abwarten, ob man Ihnen die Hand reicht. Begrüßt wird korrekt mit Nachnamen und dem eventuellen Titel.
Bei der Kleidung sollten Sie auf konservative Business-Kleidung achten. Frauen gehen dabei hoch geschlossen und nicht körperbetont, z. B. mit einem Kostüm mit langem Rock oder einer weiten Hose. Achten Sie darauf, dass Arme und Beine bedeckt sind.
Der Verhandlungsstil ist etwas anders als in Deutschland. Großer Wert wird auf das Knüpfen einer guten persönlichen Beziehung gelegt, z. B. während des Austausches über familiäre, private oder allgemeine Angelegenheiten. Dabei ist äußerste Höflichkeit ein Muss. Vermeiden Sie direkte Konfrontationen. Derartige Gespräche sind sehr zeitaufwändig und können mehrfach unterbrochen. Wundern Sie sich nicht, wenn sie auch nicht pünktlich beginnen.
In den arabischen Staaten spielen Titel und Hierarchien eine große Rolle und es wird ein respektvoll-zurückhaltendes Auftreten erwartet.
Ganz hoch im Kurs steht in einem arabischen Staat die Gastfreundschaft. Erhalten Sie eine Einladung, können Sie davon ausgehen, großzügig bewirtet zu werden. Die Unterhaltung findet dabei meist vor dem Essen statt, nach dem Kaffee folgt die rasche Verabschiedung.
Sollten Sie als Gast die besten Stücke serviert bekommen, lehnen Sie diese nicht ab. Akzeptieren Sie es als Geste der Höflichkeit und langen Sie zu.
Arbeiten in der Schweiz
Seit dem 1. Juni können Deutsche ohne Auflagen in der Schweiz eine Stelle annehmen. Damit werden wohl weitere Deutsche der Arbeit wegen gen Schweiz ziehen. Schon jetzt stellen die Deutschen die drittgrößte Ausländergruppe in der Schweiz.
Jeder Arbeitnehmer aus einem Land der EU kann sich jetzt um jede Arbeit in der Schweiz bewerben und genießt die gleichen Rechte wie die Schweizer. Familienmitglieder haben das Recht auf Nachzug.
Die Rente
Immer mehr Deutsche gehen für die Arbeit ins Ausland, z. B. nach Dänemark, Frankreich, die Schweiz, die Niederlanden oder Österreich. Doch wie sieht es dann mit ihrer Rente und den Beiträgen aus?
Inzwischen arbeiten rund 500.000 Deutsche in einem europäischen Nachbarland und die Tendenz ist steigend. Der Grund, warum sich vor allem Handwerker und Spezialisten auf den Weg machen und jenseits der Grenze ihr Glück finden, sind oftmals bessere Berufschancen.
Dennoch gilt es, trotz EU, sich zu informieren und einige Details zu kennen. Dies gilt vor allem hinsichtlich der Sozialversicherung, denn eine EU-Sozialversicherung gibt es nicht.
Das bedeutet, dass jeder, der in einem Land der Europäischen Union arbeitet, in das dortige Sozialversicherungssystem eintritt. Das betrifft ebenfalls die gesetzliche Rente nach den Vorschriften des Gastlandes. Von den jeweiligen Vorschriften des Landes hängt es ab, ob dort auch in die Rentenkasse eingezahlt wird. Wer sich allerdings die Rentenansprüche im deutschen Rentenrecht erhalten möchte, sollte darauf bestehen, weiterhin in die deutsche Rentenkasse einzuzahlen. Das ist möglich. Besondere Vorsicht sollten diejenigen walten lassen, die im Ausland arbeiten, aber in Deutschland weiterhin leben. So müssen sich Grenzgänger beispielsweise nach dem belgischen oder niederländischen Recht rentenversichern. Damit entstehen keine Ansprüche mehr im deutschen Rentenrecht. Darauf ist insbesondere zu achten, weil oftmals nur für wenige Jahre im Ausland gearbeitet wird, eine Rente für langjährige Versicherte aber 35 Jahre Wartezeit im deutschen Rentenrecht vorsieht.
Nur das Entsendegesetz bietet hier die Möglichkeit einer Ausnahme. Dies trifft dann zu, wenn ein Arbeitnehmer von seinem deutschen Arbeitgeber nicht für länger als 12 Monate in ein anderes EU-Land geschickt wurde. Dann bleibt er in der deutschen Rentenkasse.
Wichtig ist auch zu wissen, dass derjenige, der in einem EU-Land lebt und mindestens einen Beitrag in das deutsche Rentensystem eingezahlt hat, auch weiterhin freiwillige Beiträge in Deutschland zahlen kann. Dem steht die so genannte Pflicht- oder freiwillige Versicherung in einem anderen EU-Staat nicht entgegen. Aber das bedeutet auch, dass doppelt Beiträge gezahlt werden müssen. Besonders wichtig ist das für alle, die zwar im europäischen Ausland arbeiten, aber dort nicht in die Rentenkasse einzahlen. Denn nicht überall gibt es eine gesetzliche Rentenversicherung wie in Deutschland. Oftmals kann der Arbeitgeber frei entscheiden, ob er seine Mitarbeiter bei der zuständigen Rentenkasse anmeldet oder nicht. Darum ist es auf jeden Fall ratsam, freiwillig Beiträge in Deutschland zu zahlen, auch wenn es nur der Mindestbeitrag ist.
Auch glauben viele deutsche Arbeitnehmer, die für längere Zeit in einem EU-Staat gearbeitet haben, dass bei Renteneintritt nur eine Rente aus der deutschen Rentenkasse gezahlt wird. Das ist nicht korrekt. Jedes EU-Land zahlt eine Rente für den Zeitraum, in dem in die jeweilige Rentenkasse eingezahlt wurde. Es wird also eine Rente für die Zeit gewährt, in der der Arbeitnehmer dort beschäftigt war. Hat also jemand neben der Arbeit in Deutschland noch in einem anderen Land gearbeitet, bekommt er auch zwei Renten. Das bedeutet aber nicht, dass der Rentenantrag auch in dem Land, in dem gearbeitet wurde, gestellt werden muss. Es ist ausreichend, wenn der Rentenantrag einmal gestellt wird, und zwar in dem Land, in dem der Arbeitnehmer zu Beginn des Rentenalters wohnt. Damit wird das europäische Rentenverfahren in Gang gesetzt.
Besonders wichtig ist auch zu beachten, dass in jedem europäischen Land andere Altersgrenzen gelten. Daher sollte sich jeder, der einmal im Ausland gearbeitet hat, rechtzeitig erkundigen, ab wann und wo welche Renten möglich sind. Die Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung informieren Sie darüber. Besonders beim Beginn der Altersrente gelten besondere Regeln. In Italien bekommen Männer bereits mit 60 Jahren eine Altersrente, Frauen mit 55 Jahren. Eine vorzeitige Alterspension kann man in Luxemburg bereits ab 57 Jahren bekommen. Für den Fall der Erwerbsminderung und den Hinzuverdienst gelten überall gesonderte Regeln.
Und noch etwas sollten Sie wissen: Haben Sie in einem EU-Land weniger als 12 Monate gearbeitet, erhalten Sie für diese Zeit von dort keine Rente. Diese Monate sind jedoch nicht verloren, denn sie müssen von den EU-Ländern entschädigt werden.
Im Ausland auf die Krankenversicherung achten
Viele Deutsche gehen ins Ausland, um zu arbeiten. Da im Ausland andere Sozialgesetze gelten, müssen Arbeitnehmern, die ins Ausland wechseln, besonders auf ihre Krankenversicherung achten.
Wer im Ausland für die gleiche Firma wie in Deutschland arbeitet, wird oft nur „entsendet“. Ob jemand von seinem Unternehmen ins Ausland entsandt wird, wird im Arbeitsvertrag geregelt. In diesem Fall bleibt der Arbeitnehmer in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Das gilt auch, wenn er für Arbeiten im Ausland angeworben wurde. Es gilt allerdings, dass die Arbeit im Ausland befristet sein muss.
Wer auswandert und sich damit in seinem neuen Gastland einen Job suchen muss, ist gezwungen, sich in Deutschland abzumelden. Versicherungsleistungen der deutschen Krankenversicherung können im Ausland nicht erbracht werden. Für Auswanderer und Arbeiter im Ausland gibt es die Broschüre „Versicherung bei Auslandsaufenthalt, Informationen für Auswanderer und Auslandstätige“ des Bundesverwaltungsamtes Köln.
Wer auswandert, sollte zuerst prüfen, ob das Einwanderungsland ein Sozialversicherungssystem hat. Dieses gilt beispielsweise für die Staaten der Europäischen Union. Hier muss der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer anmelden, wenn er eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnimmt. Wer in der Schweiz arbeiten will, muss sich selbst bei der Krankenkasse anmelden.
Bei Jobs in Kanada muss ein Arbeitnehmer zwischen einem halben und einem Jahr bei der Krankenversicherung gemeldet sein, bevor er ihre Leistungen in Anspruch nehmen kann. Eine private Krankenversicherung kann für Übergangszeiten durchaus sinnvoll sein.
Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum im Ausland
Für Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum im Ausland gibt es keine verbindliche Richtlinie. Bewerben Sie sich aber möglichst frühzeitig.
Anschreiben
Aus dem Anschreiben soll hervorgehen, für welchen Arbeitsbereich Sie sich bewerben und warum gerade Sie für dieses Praktikum der geeignete Bewerber sind. Wichtig ist auch Beginn und Ende des Praktikums anzugeben. Sollten Sie sonstige Vorstellungen und Wünsche, wie z. B. Praktikumsvergütung, Unterbringung und Versicherung, haben, so gehören diese auch in das Anschreiben.
Lebenslauf
Der Aufbau des Lebenslaufs richtet sich nach dem Zielland. Je nach Land gelten besondere Vorschriften, nach denen der Lebenslauf abzufassen ist. Ein tabellarischer Lebenslauf reicht in aller Regel aus. Studienfächer, Arbeitsverhältnisse, ehrenamtliche Tätigkeiten und sonstige Fähigkeiten, die beim Praktikum von Vorteil sein könnten, sind anzugeben.
Begründung
Eine Begründung für das Praktikum im Ausland oder Vorstellung für eigene wissenschaftliche Arbeiten sollten beigefügt werden. Dazu gehört auch eine Begründung für das Interesse an dem Beruf.
An länderspezifischen Vorgaben wären eventuell zu nennen:
Frankreich
Wer sich in Frankreich für ein Praktikum bewirbt, sollte das Anschreiben handschriftlich verfassen und einen Lebenslauf hinzufügen. Zeugnisse werden nicht beigefügt. Ein Foto ist obligatorisch, der Lebenslauf in tabellarischer Form reicht.
Spanien
In Spanien bewirbt man sich mit Lebenslauf und Anschreiben. Auch hier werden keine Zeugnisse beigelegt. Der Lebenslauf wird mit Unterschrift und Namen versandt. Ein tabellarischer Lebenslauf reicht, ein Foto ist nicht unbedingt Pflicht.
Großbritannien
Auch in Großbritannien bewirbt man sich für das Praktikum mit Lebenslauf und Anschreiben. Auch hier sind keine Zeugnisse nötig. Der Lebenslauf wird nicht unterschrieben und auch nicht mit einem Datum versehen, ein Foto ist ebenfalls nicht üblich.
USA
Auch in den USA ist die Bewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben üblich. Besonders große Sorgfalt ist auf den Lebenslauf zu verwenden. Der Lebenslauf ist zwingend auf die im Praktikum angestrebte Stelle zuzuschneiden. Ein Foto wird in den USA niemals beigelegt. Auch bei einer Bewerbung in den USA wird der Lebenslauf nicht unterschrieben und auch nicht mit einem Datum versehen. Wer bei einer Bewerbung in den USA auch für ein Praktikum mit einer Referenzperson aufwarten kann, so ist dieser gerne gesehen. Der Lebenslauf sollte nicht mehr als 2 Seiten umfassen.
Arbeitslosengeld bei Beschäftigung im Ausland
Wer an einer Beschäftigung im Ausland (EU, EWR oder Schweiz) interessiert ist und sich dort eine Arbeit suchen will, hat die Möglichkeit, das deutsche Arbeitslosengeld im Ausland für höchstens 3 Monate weiterhin zu beziehen. Dieses Arbeitslosengeld wird für den Zeitraum von 3 Monaten von der ausländischen Arbeitsverwaltung ausgezahlt. Voraussetzung ist unter anderem die Ausstellung einer Bescheinigung (E303) durch die Agentur für Arbeit vor Ausreise sowie die Meldung bei der ausländischen Arbeitsverwaltung sofort nach der Ausreise.
Riestern auch bei Auslandsjob
Auch Berufstätige, die in Deutschland wohnen, aber in den Nachbarländern arbeiten, haben Anspruch auf die Riesterförderung. Voraussetzung für die Riesterförderung ist, dass die Einkommensteuer in Deutschland entrichtet wird und der Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland einzahlt. Die volle Förderung bekommt nur, wer mindestens 4 % seines beitragspflichtigen Bruttos des Vorjahres in den Riestervertrag einzahlt. Riester-Sparer bekommen dann die ganze Grundzulage von 154 Euro. Pro Kind wird zusätzlich ein Zuschuss von 185 Euro gezahlt. Wurde das Kind nach dem Jahresbeginn 2008 geboren, bekommen Riester-Sparer sogar 300 Euro.
Studium im Ausland
Die Auslandserfahrung ist ein wichtiges Kriterium für einen erfolgreichen Berufseinstieg vor allem in internationalen Unternehmen. Wer sein komplettes Studium im Ausland absolvieren möchte, muss die besonderen Auswahlverfahren im Ausland berücksichtigen. Die allgemeine Hochschulreife wird in einem formellen Verfahren in fast allen Ländern anerkannt. Die Fachhochschulreife ist in vielen Ländern unbekannt.
Wichtig für den Zugang zu einem Studium im Ausland sind ausreichende Fremdsprachenkenntnisse. Oft genügt als Nachweis die Vorlage von Zeugnissen für die entsprechende Fremdsprache. Sehr oft ist allerdings ein Sprachtest üblich. Dieser wird entweder an der Hochschule oder aber durch einen zentralen standardisierten Test abgelegt.
Bei der Bewerbung für ein Studium im Ausland sind ausführliche Begründungen für die Wahl des Studienganges, aber auch Referenzen notwendig.
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